«ECHOS»

Da ich ja nicht nur selbst künstlerisch arbeite, sondern auch gelegentlich Atelierrundgänge organisiere, Ausstellungen zusammenstelle und betreue, und in der Kunsthochschule Kassel tätig bin, gab es die Möglichkeit eine themengebundene Ausstellung mit Studierenden, bzw. Absolventinnen und Absolventen der Hochschule zu machen, zu der ich herzlich einladen möchte.
Die Ausstellung, die ich im Team mit Jutta Lange und meinem Galerie Coucou-Kollegen Milen Krastev kuratiert und organisiert habe, wird am Samstag im Kasseler Museum für Sepulkralkultur eröffnet:
ECHOS – Elf künstlerische Positionen aus der Kunsthochschule Kassel
10. Juli – 11. September 2016  |  Eröffnung: Samstag, 9. Juli 2016, 18.00 Uhr

ECHOS Folder1 ECHOS Folder2

(weniger allein)

Damit sich alles erfüllte, damit ich mich weniger allein fühlte, brauchte ich nur zu wünschen, daß am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer dasein würden und daß sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.

A. Camus „Der Fremde“

Stufen

Hier ein paar Detailbilder meiner neuen Skulpturenserie. Bisher sind zwei der vier Blöcke fertig.

Stufen I (pic. 1) Stufen I (pic. 2) Stufen I (pic. 3) Stufen I (pic. 4)

Stufen II (pic. 1) Stufen II (pic. 2) Stufen II (pic. 3) Stufen II (pic. 4)

„Stufen“ (aus der Serie der „Gedankengebäude“), 2016
Lack auf Holzwerkstoffen, je 55 x 40 x 130cm

(freies Spiel)

Fruchtbar ist ein Augenblick, welcher der Einbildungskraft freies Spiel läßt.
Je mehr wir sehen, desto mehr müssen wir hinzu denken können. Je mehr wir dazu denken, desto mehr müssen wir zu sehen glauben.

Gotthold Ephraim Lessing „Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“

(Stein und Spiegel)

AUSSTELLUNG I
(Entwurf zu einem Denkmal)

Das Monument ist ein Monument für seine eigene Vergessenheit. Und bekommt erst Sinn, wenn es niemanden gibt, der ihm Sinn geben kann. Es ist der Stein, den du in der Hand hälst. Den du nie erfassen wirst. Nur der Spiegel zeigt stets die richtige Zeit. Wenn der Stein sich spiegelt, ist es nicht aus Eitelkeit. Der Spiegel verrät alles, der Stein nichts. Was zu wissen du begehrst, es ist wie Stein und Spiegel.

Tor Ulven „Das allgemein Unmenschliche“ 1991

(Dummheit)

Die Dummheit, mit der wir es hier, in Dresden und anderswo, zu tun haben, ist also nicht eine des Geistes, jedenfalls nicht in erster Linie. Es geht nicht um einen Mangel an Intelligenz: In diesem Sinne dumme Menschen können sehr intelligent sein – oder sagen wir besser: schlau? Nein, es geht um Seelendummheit, und um, wie Musil sagte, die Dummheit als »Gefühlsfehler«, die ihren Ursprung in Furcht vor dem Leben, in Angst vor der Zukunft, ja, in Panik hat. Und in der Unfähigkeit, damit auf andere Art als hassend umzugehen.

(Axel Hacke im SZ-Magazin)