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(probleme)

es wäre ein irrtum, wenn wir meinten, weil traditionale handwerkergemeinschaften ihre fähigkeiten von generation zu generation weitergeben, wären die so tradierten fähigkeiten auch rigide festgelegt und könnten sich nicht ändern. das ist keineswegs der fall. so erfuhr die antike töpferei einen radikalen wandel, als die steinerne töpferscheibe erfunden wurde. in der folge entstanden auch neue wege, den ton hochzuziehen. doch dieser radikale wandel trat nur langsam ein. bei linux hat die entwicklung der fähigkeiten eine bescheunigung erfahren. fast täglich kommt es zu veränderungen. auch hier könnten wir wieder meinen, eine gut köchin oder programmiererin kümmere sich hauptsächlich um lösungen von problemen; um lösungen, die den erfolgreichen abschluss einer aufgabe bedeutungen; um abschließungen. doch damit würden wir der tatsächlichen arbeit nicht gerecht. wenn programmierer im linux-netzwerk einen fehler beheben, eröffnen sich ihnen neue möglichkeiten für die anwendung der software. das programm entwickelt sich ständig weiter, es ist kein fertiges objekt. bei linux besteht ein nahezu zeitgleiches verhältniss zwischen dem lösen und dem finden von problemen.

richard sennet „handwerk“

(genau hinschauen)

hinschauen ist anstrengender als anschauen, was erklärt, dass wir über alles anschauungen und in beinahe nichts einblicke haben.

vilém flusser „ins universum der technischen bilder“

(von all den menschen)

schlaf ist unsinn. eine merkwürdige abwesenheit, die nichts zu bedeuten hat. jemand von all den menschen, die man selbst ist, ruht sich aus, die anderen bleiben wach. aus je weniger menschen man besteht, um so besser schläft man.

cees nooteboom „rituale“