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(morgens)

so langsam werde ich wach. die letzten traumbläschen sprudeln davon, und ich stehe vor der allmorgentlichen aufgabe, mein selbst neu zu erfinden. ich starre an die decke und erinnere mich an alles nötige.

stephen fry “geschichte machen”

(spannung)

es gilt ein zu dem körper passendes leben zu finden, um mit ihm in erträglicher spannung auszuharren.

bodo kirchhoff

(isoliert)

wenn man entdeckt hat, daß es keine objektive äußere welt geben kann, daß men nur einen gefilterten und verarbeiteten abdruck kennt, dann kommt einem leicht der gedanke, daß dann andere menschen ja auch nichts weiter als ein verarbeiteter schatten sind. dann kann man leicht meinen, daß jede person in ihrem unzuverlässigen wahrnehmungapparat gewissermaßen eingesperrt und hinter ihm isoliert ist. und dann taucht sehr leicht der gedanke auf, daß der mensch im grunde genommen allein ist. daß die welt aus getrennten bewußtseinswesen besteht, jedes isoliert in seiner eigenen wahrnehmungsillusion, fließend in einem vakuum ohne eigenschaflten.

peter hoeg „der plan von der abschaffung des dunkels“

(graben)

diese vier wände bergen nur die zeichen seiner eigenen unruhe, und um in dieser umgebung ein wenig frieden zu finden, muß er sich immer tiefer in sich selbst vergraben. aber je mehr er gräbt, desto weniger wird noch zum graben übrigbleiben. das scheint ihm unbestreitbar. früher oder später wird er sich aufgebraucht haben.

paul auster „die erfindung der einsamkeit“