(stillleben)

das leben ist politik, die menschlichen verhältnisse – das alles ist politik. zuerst sind die bilder stumm. allerdings kann ein bild oder eine bildgruppe in einem bestimmten zusammenhang ein politisches moment bekommen.
ich war am 11. september in new york und habe alles noch genau in erinnerung. als ich zwei wochen später wieder in belgien war, kam mir die idee, dass man nur eine idylle malen könnte, und das nicht als historienbild, sondern in der letzten, der unwichtigsten kategorie der malerei: das stilleben. (…) ein stilleben nach nine/eleven ist eigentlich ein ziemlich sardonistischer witz, und das ist im grunde sehr politisch. aber eine moralisierung sollte für immer ausgeschlossen sein.

luc tuymans, 2002