(nicht einmal hässlich)

Das Unheil existiert nicht, es ist anderswo. Die kleinste Katastrophe hätte vielleicht genügt, um dich zu retten; du hättest alles verloren, du hättest etwas zu verteidigen gehabt, hättest Worte zu sagen gehabt, um zu überzeugen, um aufzuwühlen. Aber du bist nicht einmal krank. Weder deine Tage noch deine Nächte sind in Gefahr. Deine Augen sehen, deine Hand zittert nicht, dein Puls ist regelmäßig, dein Herz schlägt. Wärest du hässlich, wäre deine Hässlichkeit vielleicht faszinierend, aber du bist nicht einmal hässlich, du bist kein Buckliger, kein Stotterer, kein Einarmiger, kein Einbeiniger, ja, du hinkst nicht einmal.

Georges Perec „Ein Mann der schläft“

Jubiläumsausstellung

20. Jahre Künstlerstipendium in Willingshausen
in der Kunsthalle und im Gerhardt von Reutern-Haus Willingshausen
6. August bis 11. September 2016
Kunsthalle Willingshausen, Merzhäuser Straße 1, 34628 Willingshausen
Eröffnung: 5. August 2016, 19.00 Uhr
Zum 20 Jährigen Jubiläum  werden in der Kunsthalle Arbeiten der Stipendiaten gezeigt, die während ihres Aufenthaltes in Willingshausen entstanden sind. Darüber hinaus haben ein Großteil der Stipendiaten (wie ich auch)  als Hommage an das Stipendium und Willingshausen aktuelle Werke geschickt, die aufscheinen lassen, woran sie jetzt arbeiten.
Zur Eröffnung werde ich mich auch mal wieder in Richtung Hirtenhaus aufmachen…

Stipendiaten (in chronologischer Reihenfolge) waren: Anna Holldorf, Daniel Sambo-Richter, Thomas Offhaus, Elke Pollack, Mette Joensen, Michael Fieseler, Michael Lampe, Barbara Wrede, Ulrich Harder, Thomas Henke, Sebastian Hempel, Silke Riechert, Tilo Baumgärtl, Katrin Gaßmann, Jürgen Bergbauer, Verena Landau, Milen Miltchev, Hennig Bohl, Julia Oschatz, Jens Nedowlatschil, Daniel Behrendt, Elke Mark, Andrea Froneck-Kramer, Carsten Weitzmann, Anett Frontzek, Thorsten Streichardt, Markus Stein, Marcel Krummrich, Daniela Witzel, Michael Göbel, Friederike Lorenz, Julia-Charlotte Richter, Anja Köhne, Maciek Rajca, Verena Waldmüller, Nina Kaun, Jana Lange, Romina Abate, Susanne Wagner, Marven Graf, und Thilo Jenssen.

«ECHOS»

Da ich ja nicht nur selbst künstlerisch arbeite, sondern auch gelegentlich Atelierrundgänge organisiere, Ausstellungen zusammenstelle und betreue, und in der Kunsthochschule Kassel tätig bin, gab es die Möglichkeit eine themengebundene Ausstellung mit Studierenden, bzw. Absolventinnen und Absolventen der Hochschule zu machen, zu der ich herzlich einladen möchte.
Die Ausstellung, die ich im Team mit Jutta Lange und meinem Galerie Coucou-Kollegen Milen Krastev kuratiert und organisiert habe, wird am Samstag im Kasseler Museum für Sepulkralkultur eröffnet:
ECHOS – Elf künstlerische Positionen aus der Kunsthochschule Kassel
10. Juli – 11. September 2016  |  Eröffnung: Samstag, 9. Juli 2016, 18.00 Uhr

ECHOS Folder1 ECHOS Folder2

(weniger allein)

Damit sich alles erfüllte, damit ich mich weniger allein fühlte, brauchte ich nur zu wünschen, daß am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer dasein würden und daß sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.

A. Camus „Der Fremde“

Stufen

Hier ein paar Detailbilder meiner neuen Skulpturenserie. Bisher sind zwei der vier Blöcke fertig.

Stufen I (pic. 1) Stufen I (pic. 2) Stufen I (pic. 3) Stufen I (pic. 4)

Stufen II (pic. 1) Stufen II (pic. 2) Stufen II (pic. 3) Stufen II (pic. 4)

„Stufen“ (aus der Serie der „Gedankengebäude“), 2016
Lack auf Holzwerkstoffen, je 55 x 40 x 130cm

(freies Spiel)

Fruchtbar ist ein Augenblick, welcher der Einbildungskraft freies Spiel läßt.
Je mehr wir sehen, desto mehr müssen wir hinzu denken können. Je mehr wir dazu denken, desto mehr müssen wir zu sehen glauben.

Gotthold Ephraim Lessing „Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“

(Stein und Spiegel)

AUSSTELLUNG I
(Entwurf zu einem Denkmal)

Das Monument ist ein Monument für seine eigene Vergessenheit. Und bekommt erst Sinn, wenn es niemanden gibt, der ihm Sinn geben kann. Es ist der Stein, den du in der Hand hälst. Den du nie erfassen wirst. Nur der Spiegel zeigt stets die richtige Zeit. Wenn der Stein sich spiegelt, ist es nicht aus Eitelkeit. Der Spiegel verrät alles, der Stein nichts. Was zu wissen du begehrst, es ist wie Stein und Spiegel.

Tor Ulven „Das allgemein Unmenschliche“ 1991